Der Energieausweis

Alles zu Kosten, Pflichten und Gültigkeit

Eigentümer, die ihre Immobilie verkaufen oder vermieten möchten, sind an viele Gesetze und Pflichten gebunden. Eine dieser Pflichten ist der Energieausweis bzw. Energiepass, der Auskunft über die energetischen Werte einer Immobilie gibt und seit 2014 in der Energieeinsparverordnung (kurz: EnEV) geregelt ist. Im Folgenden erklären wir, welche Art des Ausweises für Ihre Immobilie notwendig ist, welche Kosten Sie erwarten können und wie lange Ihr Energiepass gültig ist.

Energieausweis ist nicht gleich Energieausweis

Grundsätzlich kann bei einem Energiepass zwischen dem Verbrauchs- und dem Bedarfsausweis unterschieden werden. Diese unterscheiden sich hinsichtlich der ihnen zugrunde liegenden Daten, Kosten und den Gebäudetypen, für die sie gültig sind. Die wichtigsten Unterschiede erklären wir Ihnen im Folgenden:

Der Verbrauchsausweis ist schnell und einfach zu erstellen

Beim Verbrauchsausweis handelt es sich hierbei um einen Energieausweis, der auf den bisherigen Verbrauchswerten der Immobilie basiert. Dazu wird aus den Verbrauchswerten der Bewohner ein Mittelwert gebildet, wobei auch Heizung und die Warmwasserbereitung in die Kalkulation mit einfließen. Der Verbrauchsausweis gilt für Altbauten mit mindestens fünf Wohneinheiten. Darüber hinaus ist er auch für Altbauten mit weniger als fünf Wohneinheiten gültig, sofern die Wärmeschutzverordnung von 1977 einhalten wird. Im Vergleich zum Bedarfsausweis ist das Erstellen eines Verbrauchsausweises weniger aufwendig. Da sich die Verbrauchswerte allerdings von Mieter zu Mieter unterscheiden, besitzt dieser Energiepass auch weniger Aussagekraft.  

Der Bedarfsausweis: Höherer Aufwand, mehr Aussagekraft

Deutlich aufwendiger ist das Erstellen des Bedarfsausweises: Hierbei wird nämlich der theoretische Energiebedarf des Gebäudes errechnet. Das bedeutet, dass die gesamte Immobilie einer Überprüfung bedarf und dabei Faktoren wie gedämmte Außenwände, Energiesparfenster

und die Art der Heizungsanlage mit einbezogen werden. Aus diesem Grund ist das Erstellen des Bedarfsausweises im Vergleich zum Verbrauchsausweis auch deutlich teurer. Der Bedarfsausweis ist notwendig für alle Neubauten, die nach dem Jahr 2008 errichtet wurden. Zusätzlich ist er gültig für alle Altbauten mit weniger als fünf Wohneinheiten, die die Wärmeschutzverordnung nicht einhalten.

Energieausweis: Kosten und die Gültigkeitsdauer

Beim Energieausweis handelt es sich um ein rechtlich bindendes Dokument. Deshalb sollten Sie diesen genau wie die Wertermittlung Ihrer Immobilie von einem ausgewiesenen Experten erstellen lassen. Die genauen Kosten variieren von Anbieter zu Anbieter. Doch auch die Art des Ausweises hat erheblichen Einfluss auf die zu erwartenden Kosten. Der vergleichsweise simpel zu erstellende Verbrauchsausweis kann zwischen 50 € und 100 € kosten. Deutlich teurer ist dagegen der Bedarfsausweis: Durch das aufwendige Prozedere beim Erstellen können die Kosten hier auf 400 € bis 500 € belaufen. Unabhängig davon sind sowohl der Bedarfs- als auch Verbrauchsausweis ab dem Datum ihres Erstellens für 10 Jahre gültig.

Der Energieausweis ist nur ein Thema, mit dem sich Verkäufer, Vermieter und Interessenten auf der Suche nach ihrer Traumimmobilie beschäftigen müssen. 

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.